Verletzungen des Bewegungsapparates

Die meisten von uns haben bereits erfahren dürfen, wie leicht man im Sprunggelenk umknicken kann oder wie schmerzhaft – auch noch nach Tagen – ein Schlag auf die Muskulatur sein kann („Pferdekuss“).

Closeup view of a young woman with pain on leg on gray background.
Um Schwellung, Schmerz und eine verzögerte Abheilung zu verhindern, sind die ersten Momente nach einer Verletzung des Bewegungsapparates von entscheidender Bedeutung. Im ersten Moment ist das Vorgehen bei Zerrungen, Muskelfaserrissen, Prellungen und auch Knochenbrüchen gleich und folgt der sog. „PECH“- Regel:

„P“ause
Jegliche weitere aktive und passive Bewegung der betroffenen Region sollte möglichst sofort vermieden werden und eine bestmögliche Ruhigstellung erfolgen. Durch eine weitere Bewegung kann die Einblutung in das Gewebe und dadurch Schwellung und Schmerz unötig verstärkt und die Zeit bis zur späteren Abschwellung verlängert werden.

„E“is
Durch eine Kühlung können zwei Effekte erzielt werden: Entsprechend der Wirkung bei Verbrennungen, kann eine Kühlung eine Schmerzlinderung bewirken. Ausserdem bewirkt die Kühlung eine Verengung der Blutgefäße, so dass weniger Blut aus diesen austritt, welches wiederum zu weniger Schwellung führt (s.o.).
Wie auch bei den Verbrennungen gilt, dass nicht länger als 15 min. am Stück gekühlt werden sollte, um thermische Schäden der Haut zu vermeiden. Ein direkter Hautkontakt von Eis sollte deshalb ganz vermieden werden.

„C“ompression
Durch eine Kompression werden ebenfalls zwei Ziele verfolgt: Durch eine Kompression mit einer Bandage/ Umwicklung wird die betroffene Region stabilisiert und ruhiggestellt, was den oben bereits beschriebenen Effekt unterstützt. Zusätzlich wird durch die Kompression des Gewebes ein Gegendruck für das austretende Blut geschaffen und die Schwellung verringert.
Durch eine Bandagierung sollte keinesfalls mehr Schmerz erzeugt werden als durch die Verletzung selbst. Bei Kribbeln, Schmerzen, dem Gefühl des „Eingeschlafenseins“ oder einem Abblassen der Haut körperfern einer Bandagierung, sollte diese umgehend gelockert werden.

„H“ochlagerung
Durch die Hochlagerung eines betroffenen Gliedmaßes kann ein übermässiger Blutfluss in die verletzte Region und somit die Schwellneigung veringert werden, bzw. auch der Abfluss erleichtert werden. Dieses ist, abhängig von der Verletzung, auch noch Stunden bzw. Tage sinnvoll.
Young frustrated woman feeling pain in hand joint

Achtung:
Hinter einer Schwellung und Schmerzen nach einer Verletzung kann auch immer ein Knochenbruch oder eine Gelenkluxation stecken! Daher ist es bei ausbleibender Besserung oder im Zweifel ggf. auch sofort ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Eine nicht abschwellende Haut, die glänzt und keine Hautfältelung mehr aufweist, ein anhaltender oder insbeondere ein sich verschlimmernder Schmerz sowie ein Taubheits- oder Kribbelgefühl sind Alarmsignale, unbedingt ärztliche Hilfe aufzusuchen.