Schmerzen im Kreuz

Fast alle werden dies mindestens einmal in ihrem Leben merken. Menschen, die chronisch daran leiden, entwickeln eigenen Strategien, um ihre Rückenschmerzen zu lindern. Präsident John F. Kennedy zum Beispiel benutzte einen Schaukelstuhl. In vielen Industrieländern sind Rückenschmerzen der Hauptgrund, warum die Leute nicht zur Arbeit kommen. Schmerzen haben also auch wirtschaftliche Folgen.

Bilde1Die Kreuz- und Rückenschmerzen der meisten Patienten entstehen, weil der Rücken einen großen Teil der Last des steifen Brustkorbs trägt.

Im Allgemeinen gibt es keine zugrunde liegenden schweren Ursachen für den Ausbruch von Rückenschmerzen. Auf ein paar “rote Alarmlampen” sollte man jedoch achten:

Ein Gefühl von Taubheit, Prickeln und Stechen oder der Verlust an Stärke in den Beinen können ernst zu nehmende Vorboten der Schmerzen sein. Besonders können Störungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang sowie ein Taubheitsgefühl um den After Anzeichen eines neurologischen Leidens sein. Dies sollte unverzüglich der Anlass einer klinischen Diagnostik sein. Rückenschmerzen in Verbindung mit einem Sturz (auch mit Niedrigenergie-Traumata bei älteren Menschen), Fieber, bakteriellen Infektionen, diagnostiziertem Krebs oder allgemeiner Schwäche sowie bei erkannter Osteoporose und Steroidtherapie können einen ernsten Hintergrund haben.

In den meisten Fällen sind derartige Alarmsignale jedoch nicht zu beobachten, so dass radiologische Bewertungen oder Blutproben zu diesem Zeitpunkt nicht erforderlich sind.

Man suffering from low back painEs gibt mehrere Behandlungsarten, deren günstige Wirkung deutlich belegt ist. Dazu gehören schmerzlindernde Medikamente, physisches Training (Physiotherapie) und psychosoziale Beratung. Bettruhe wird als kontraproduktiv betrachtet, und auch für den Nutzen von Wärme und anderen physikalischen Methoden gibt es keine sicheren Anhaltspunkte. Wenn nach einigen Wochen mit einer solchen Behandlung keine Verbesserung der Beschwerden eintritt, sind weitere diagnostische Tests zu erwägen (Röntgen, MRT-Untersuchungen, lokale Infiltrationen usw.), um eine genauere Spezifizierung von zugrunde liegenden Ursachen zu ermöglichen. In den meisten Fällen geschieht dies nicht, es lassen sich nur unspezifische Rückenschmerzen diagnostizieren.

Es gibt zahlreiche Risikofaktoren auf verschiedenen Niveaus für die Entwicklung unspezifischer Rückenschmerzen. Neben Rauchen, Übergewicht, zu wenig körperlicher Aktivität und Alkoholkonsum können unspezifische Rückenschmerzen auch von psychosozialen Faktoren wie Depressionen, Stress und Disposition für Somatisierung verursacht sein. Außerdem lassen sich arbeitsbedingte Faktoren nennen wie körperliche Schwerarbeit (Tragen, Heben), monotone Körperhaltung, Exposition gegenüber Vibrationen, niedriges Quailifikationsniveau, Unzufriedenheit mit den Arbeitsverhältnissen und Mobbing. Langandauernde Untersuchungen auf verschiedenen Niveaus sind deshalb unumgänglich. Eines der wichtigsten Punkte ist jedoch, ausreichend körperlich aktiv zu sein.