Hypothyreose – ein viel diskutiertes Thema

Die Stoffwechselstörung Hypothyreose ist mit einer Vielfalt von Symptomen verbunden und wird als Ursache für alles Mögliche und Vieles beschuldigt. Hypothyreose wird ohne Zweifel viel diskutiert und im Folgenden möchten wir versuchen, Ihnen ein besseres Verständnis für diese Thematik zu vermitteln.

Stoffwechselstörung Hypothyreose
Unter der Stoffwechselstörung Hypothyreose versteht man das Vorhandensein von anormal niedrigen Mengen von Schilddrüsenhormonen im Blut. Diese Hormone steuern den Stoffwechsel und niedrige Hormonwerte haben zur Folge, dass alle Vorgänge im Körper langsamer als normal ablaufen.

Unter Hypothyreose versteht man das Vorhandensein von anormal niedrigen Mengen von Schilddrüsenhormonen im Blut. Diese Stoffwechselstörung entwickelt sich schleichend und kommt darin zum Ausdruck, dass man schneller erschöpft und müde ist.

Weitere häufige Begleiterscheinungen sind Gewichtszunahme, Darmträgheit, erhöhter Schlafbedarf, gesteigertes Kälteempfinden, Haarausfall, trockene Haut und Nagelspliss.

Schilddrüsenhormone werden von der Schilddrüse ausgeschieden, die sich am Hals, an der Außenseite der Luftröhre, befindet.

Damit die Schilddrüse Hormone produzieren kann, muss diese mit dem Hormon Thyreotropin stimuliert werden, das von der Hypophyse produziert und von dieser ausgeschieden wird. Zudem wird das Mineral Jod benötigt, das ein Baustein der erzeugten Hormone ist.

Die am Stoffwechsel beteiligten Schilddrüsenhormone sind Thyroxin und Trijodthyronin. Zu niedrige Werte an diesen Hormonen werden in der Hypophyse registriert. Diese wiederum produziert daraufhin mehr Thyreotropin, um die Schilddrüse zur Produktion von Thyroxin und Trijodthyronin zu stimulieren.

Kinder können mit Hypothyreose geboren werden. Allerdings kommt dies am meisten in weniger entwickelten Ländern vor, in denen die Zufuhr von Jod auf dem Nahrungsweg ein Problem darstellt. Liegt bei einer werdenden Mutter während der Schwangerschaft eine unzureichende Versorgung mit Jod vor, kann dies die Entwicklung der Schilddrüse des Kindes negativ beeinflussen und zu schwerwiegenden Wachstums- und Entwicklungsstörungen führen. Hypothyreose kommt häufiger bei Frauen vor und tritt mit steigendem Alter öfters auf.

Hypothyreose – Symptome
Die Symptome von Hypothyreose entwickeln sich oftmals schleichend. Typische Symptome sind das Gefühl von Erschöpfung und Trägheit im Körper.

Weitere ausgesprochen übliche Symptome sind Gewichtszunahme, Darmträgheit, erhöhtes Schlafbedürfnis, gesteigertes Kälteempfinden, Haarausfall, trockene Haut und Nagelspliss. Alle Organe im Körper können bei Hypothyreose Symptome aufzeigen. Bei Frauen können Änderungen im Menstruationszyklus Teil des Krankheitsbildes sein.

Bei über längerer Zeit unbehandelt bleibender Hypothyreose können zudem Depression, Gedächtnisverlust, Schwindelgefühl, Ohrensausen, Heiserkeit, Prickelgefühl in Händen sowie Muskel- und Gliederschmerzen auftreten.

Bei der Hälfte aller Patienten, die langzeitig an Hypothyreose leiden, vergrößert sich die Schilddrüse (Struma).

Behandlung und Vorbeugung
Die Behandlung besteht aus der Normalisierung der Hormonwerte im Blut. Dies wird durch die Verabreichung von Thyroxin in Tablettenform erzielt. Eine gelungene Behandlung zeigt sich anhand der Normalisierung (d.h. Reduktion) der Thyreotropin-Werte im Blut.

Am Anfang der Behandlung sind regelmäßige Blutproben notwendig, um die richtige Dosierung zu ermitteln.
Blood donor looking at camera

Untersuchung und Diagnose
Die Diagnose besteht aus der Vermutung anhand von Symptomen und der Bestätigung anhand von Blutproben.

Typische Symptome bilden die Grundlage zur Vermutung von Hypothyreose. Bei einer ärztlichen Untersuchung werden oftmals ein langsamerer Herzrhythmus als normal sowie verlangsamte Reflexe festgestellt. Zur Bestätigung der Diagnose werden Blutproben auf die Werte von Thyreotropin und Thyroxin hin untersucht.

Bei hohen Thyreotropin-Werten und niedrigen Thyroxin-Werten wird Hypothyreose diagnostiziert. Zudem wird das Blut auf Antistoffe gegen die Schilddrüse hin untersucht, um herauszufinden, ob die Ursache für Hypothyreose bei einem Versagen des Immunsystems zu suchen ist.

Hypothyreose – Ursachen
Hypothyreose kann viele Ursachen haben. Die häufigsten bestehen in der Zerstörung der Schilddrüse durch das körpereigene Immunsystem oder einen chirurgischer Eingriff am Hals.

Die häufigste Ursache für Hypothyreose ist, dass die hormonproduzierende Schilddrüse zerstört worden ist – entweder durch das körpereigene Immunsystem oder durch einen chirurgischen Eingriff am Hals.

Ein Fehler im Immunsystem kann dazu führen, dass der Körper seine Zellen in der Schilddrüse plötzlich als fremd betrachtet und Stoffe produziert, die die Schilddrüse angreifen und zerstören. Dies wird als Autoimmunreaktion bezeichnet.

Als Folge werden die hormonproduzierenden Zellen zerstört und die Produktion von Schilddrüsenhormonen wird eingeschränkt. Personen, die an anderen Autoimmunkrankheiten wie Diabetes, Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) oder Arthritis leiden, haben ein höheres Risiko an Hypothyreose zu erkranken.

Das Vorhandensein von Autoimmunkrankheiten in der Familie ist ein bedeutender Risikofaktor. Einige Arzneistoffe wie Amiodaron, Lithium und Interferone sind bekannt für ihre zerstörerische Wirkung auf die Schilddrüse.

Ein chirurgischer Eingriff in der Halsregion kann ebenfalls ein Risiko für die Entwicklung von Hypothyreose haben, falls die Schilddrüse verletzt wird. Dies gilt auch für bereits durchgeführte chirurgische Eingriffe oder Strahlenbehandlung einer überaktiven Schilddrüse oder Krebsbestrahlung im Brustbereich.

Eine weniger häufige Ursache für Hypothyreose ist die eingeschränkte Produktion von Thyreotropin in der Hypophyse, die zu milderen Symptomen führt.

Hypothyreose kann auch als zeitlich begrenztes Problem auftauchen. Dies kann bei Frauen zwei bis sechs Monate nach der Entbindung oder in Verbindung mit einer Schilddrüsenentzündung auftauchen.

In der Regel verschwindet eine derartige Hypothyreose wieder von selbst, allerdings kann in manchen Fällen eine vorübergehende Behandlung mit Schilddrüsenhormonen notwendig sein.

Hypothyreose – Prognose
Hypothyreose, die behandelt wird, hat eine gute Prognose.

Bei Behandlung ist die Prognose gut. In den meisten Fällen ist Hypothyreose eine lebenslange Erkrankung. Ausnahmen sind vorübergehende Hypothyreosen nach einer Geburt oder einer Virusinfektion.
Hypothyreose – Fakten

  • Hypothyreose bringt mit sich, dass alle körpereigenen Funktionen verlangsamt ablaufen.
  • Typische Symptome sind das Gefühl von Erschöpfung und Trägheit im Körper, Gewichtszunahme, Darmträgheit, trockene Haut, Haarausfall und Nagelspliss.
  • Depression, Schwindelgefühl, Ohrensausen und Gedächtnisverlust sind ebenfalls verbreitete Beschwerden bei Hypothyreose.
  • Unter Hypothyreose versteht man das Vorhandensein von anormal niedrigen Mengen von Schilddrüsenhormonen im Blut.
  • Oftmals liegt eine Autoimmunreaktion zu Grunde, bei der das körpereigene Immunsystem die Schilddrüse angreift.
  • Außerdem kann eine durch chirurgische Eingriffe oder Strahlung verletzte Schilddrüse der Grund sein.

 

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