Herzflimmern – Vorhofflimmern

Bei Herzflimmern handelt es sich um schnelle und unregelmäßige Kontraktionen in den Herzvorhöfen. Dies führt mit sich, dass das Blut in seinem Fluss gestört wird und sich Blutgerinnsel bilden können.

Herzflimmern – oder mehr korrekt Vorhofflimmern – sorgt in den meisten Fällen für Unruhe/ein Gefühl des Unwohlseins im Brustbereich, Herzklopfen, Atembeschwerden und Erschöpfung. Allerdings ist es auch häufig, dass keine Symptome auftreten. Bei einer Pulsmessung kann der Arzt oftmals einen unregelmäßigen Puls feststellen. Für eine sichere Diagnose ist aber ein EKG zwingend notwendig. Im Bezug auf die Behandlung gibt es eine Reihe von Methoden, bei denen Medikamente und/oder elektrische Kardioversion zur Anwendung kommen, um den normalen Rhythmus wiederherzustellen. Die überwiegende Mehrheit von Patienten erhalten eine chronische medikamentöse Behandlung und nahezu alle benötigen blutverdünnende Medikamente.

Bei gesunden Menschen wird im Sinusknoten im rechten Herzvorhof ein elektrisches Signal gebildet, das über ein Reizleitungssystem in den linken Vorhof und in beide Herzkammern geleitet wird. Das Signal löst dort eine Muskelkontraktion und damit den Herzschlag aus. Im Falle von Herzflimmern herrscht in den Vorhöfen ein elektrisches Chaos, was dazu führt, dass die Vorhöfe sich nicht ordnungsgemäß zusammenziehen.

Herzflimmern/Vorhofflimmern kann anfallsartig auftauchen, über einen begrenzten Zeitraum (Tage oder Monate) oder sich zu einem chronischen Leiden entwickeln. Das Risiko für diese Beschwerden steigt mit dem Alter.

 

Herzflimmern – Symptome

Herzflimmern kann sowohl nahezu unbemerkt auftreten als auch Symptome mit sich führen, die als unangenehm und sogar erschreckend aufgefasst werden können. Viele Menschen sind sich nicht einmal bewusst, dass sie an Vorhofflimmern leiden und das obwohl die meisten eindeutige Symptome haben. Häufiges Herzklopfen mit schnellem, unruhigem und unregelmäßigem Herzrhythmus und Atembeschwerden sind hierbei charakteristische Anzeichen. Fast alle Betroffenen merken eine reduzierte Ausdauerfähigkeit und größere Probleme bei körperlichen Aktivitäten. Brustschmerzen, Schwindelgefühl, Angst, innere Unruhe und in manchen Fällen sogar Ohnmacht können die Folgen sein. Bei vielen ist es so, dass Herzflimmern nur zeitweise auftaucht und die Rhythmusstörung nicht permanent vorhanden ist.

 

Behandlung und Vorbeugung

Abhängig davon, wie lange Herzflimmern bereits vorliegt, gibt es unterschiedliche Behandlungsansätze. Bei gerade aufgetauchtem Herzflimmern sollte der Patient so schnell wie möglich ins Krankenhaus kommen. Hat das Herzflimmern ein bis zwei Tage angedauert, ist es im Krankhaus möglich, das Herz schnell wieder in den normalen Rhythmus zu bringen. Um dies zu erreichen, wird Strom durch das Herz gesendet (elektrische Kardioversion). Diese Behandlung wird unter Narkose durchgeführt. Bei anfallsartig auftretendem Herzflimmern gibt es Techniken, die die Herzkammern wieder in den normalen Rhythmus bringen können:

Eine Methode ist das sog. Valsalva-Manöver, bei dem Nase und Mund zugehalten werden während man kräftig ausatmet. Einigen Leuten hilft die Auslösung des Brechreizes. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Halsschlagadern zu massieren. Bei Herzflimmern, das mehr als zwei Tage angedauert hat, muss das Blut vor der Durchführung einer elektrischen Kardioversion verdünnt werden. Dies wird durch die Verabreichung von blutverdünnenden Medikamente erreicht. Nach zwei- bis dreiwöchiger Einnahme kann der Patient dann im Krankenhaus behandelt werden. Dieses Vorgehen ist darin begründet, dass sichergestellt werden muss, dass bei der Behandlung keine Blutgerinnsel im Herz vorliegen. Falls ein Patient schon lange an Herzflimmern leidet, wird eine elektrische Kardioversion leider nur für einen kurzen Zeitraum Abhilfe schaffen können. Derartige Patienten werden in der Regel mit medikamentös mit Mitteln behandelt, die auf einen normalen Puls abzielen und eine blutverdünnende Wirkung haben. Eine häufig verwendete Methode zur Behandlung von Vorhofflimmern besteht in einer Ablation. Hierbei handelt es sich um einen Herzeingriff, bei dem versucht wird, diejenigen elektrischen Leitungsbahnen zu finden, die den Rhythmus stören und diese mit Hilfe von Elektroden auszuschalten. Eine Ablation kann sehr effektiv sein, allerdings sind Rückfälle möglich. Zudem benötigt ist diese Behandlung sehr ressourcenintensiv.  Häufig leiden Patienten mit Herzflimmern auch an Herzversagen. Dies kompliziert deren Behandlung und es bedarf häufig der Untersuchung und Behandlung durch einen Herzspezialisten.

 

Untersuchung und Diagnose

Herzflimmern gibt ein charakteristisches Elektrokardiogramm, kurz EKG.

Bei einem EKG wird die elektrische Aktivität im Herz gemessen. Wird ein EKG durchgeführt während ein Patient Symptome hat, wird ein Arzt unmittelbar erkennen, ob Herzflimmern vorliegt. Bereits vor der Durchführung eines EGKs wird ein Arzt oftmals schon auf Grund der beschriebenen Beschwerden und Symptome Herzflimmern vermuten. Als Teil der Untersuchung wird ein Arzt in vielen Fällen auch Blutdruck und Puls messen, Herz und Lungen abhören sowie nach ausgeprägten Adern am Hals und geschwollenen Beinen Ausschau halten.

 

Herzflimmern – Ursachen

 

Herzflimmern/Vorhofflimmern kann auf einer Reihe von verschiedenen Ursachen beruhen.

An erster Stelle stehen Herzkrankheiten auf Grund von hohem Blutdruck oder Schäden am Herz und den Herzklappen. Herzflimmern ist oftmals die Folge von Angina Pectoris und Herzinfarkten. Weitere Risikofaktoren, die zu Herzflimmern führen können, sind Hypothyreose, Übergewicht mit Fettleibigkeit und Diabetes. Auch Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COAD) befinden sich in der Risikogruppe. Alkohol ist Gift für das Herz und übermäßiger Konsum kann zu Herzflimmern führen. Bei der Untersuchung finden Ärzte bei knapp 30 Prozent aller Patienten keine eindeutige und sichere Ursache. In den letzten Jahren hat Herzflimmern bei 40- und 50-jähren, die anspruchsvolle sportliche Leistungen erbringen (z.B. Marathonläufe), viel Aufmerksamkeit bekommen. In Bezug auf jüngere Menschen, die viel Konditionstraining absolvieren und bei denen Herzflimmern auftaucht, herrscht eine gewisse Unsicherheit in Bezug auf die Ursachen. Man nimmt jedoch an, dass große Mengen an Blut, die ins Herz strömen, Druck auf die Vorkammern auswirken. Dies wiederum kann sich störend auf die elektrischen Signale auswirken und zu Herzflimmer führen. Auch Personen mit ansonsten kerngesunden Herzen können vorübergehend Herzflimmern bekommen.

Bei chronischem Herzflimmern ist die Ursache oftmals bei anderen Krankheiten zu finden.

 

Herzflimmern – Prognose

Entscheidend für die Prognose ist, ob Herzflimmern vorübergehender oder chronischer Natur ist.

Bei vorübergehendem Herzflimmern ist die Prognose gut, und oftmals verschwinden die Beschwerden von selbst. Ist Herzflimmern das Resultat anderer Krankheiten, kann es verschwinden, wenn die Ursache behandelt wird. Chronisches Herzflimmern ist nicht selten eine Krankheit, mit der man sich für den Rest des Lebens abfinden muss. Ohne Behandlung steigt das Risiko für Thromben und Schlaganfälle. Beim Einsatz von blutverdünnender Medizin besteht ein gewisses Risiko für Blutungen.

 

Herzflimmern – Fakten

  • Bei Herzflimmern liegen schnelle und unregelmäßige Kontraktionen in den Vorhöfen des Herzes vor.
  • Herzflimmern sorgt in den meisten Fällen für Unruhe/ein Gefühl des Unwohlseins im Brustbereich, Herzklopfen, Atembeschwerden und Erschöpfung. Allerdings ist es auch häufig, dass keine Symptome auftreten. Für eine sichere Diagnose muss ein EKG erstellt werden.
  • Abhängig von der Ursache für Herzflimmern, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.
  • Ohne Behandlung steigt das Risiko für Thromben.