Gesundheitstipps zum Thema Verstopfung

Es ist wahrhaft keine Übertreibung, dass der Darm das verwöhnteste und eigensinnigste Organ im menschlichen Körper ist. Er fühlt sich am wohlsten zu Hause und in der Nähe seiner eigener Toilette.

Urlaube, Flugreisen und fantastische Hotelaufenthalte sind das Letzte, was sich der Darm wünscht. Faule Abende vor dem Fernseher fallen ebenfalls nicht gut ins Gemüt – lange Spaziergänge dagegen, erfreuen den Darm immer.

In Bezug auf das Thema Essen, lässt er keinen Zweifel daran, dass er gesunde Nahrung bevorzugt. Obst und Gemüse werden täglich gewünscht und wenn es um Backwaren geht, sind Vollkornprodukte die richtige Wahl, um den Darm bei Laune zu halten.

Reichlich Flüssigkeit, bevorzugt frisches Quellwasser, stehen ebenfalls hoch im Kurs.

Unangenehm

Bei Verstopfung handelt es sich kurz und gut um unangenehm harten und seltenen Stuhlgang. Per Definition bedeutet „selten“ weniger als drei Stuhlgänge pro Woche über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen.

Wird allerdings kein Unbehagen empfunden und der Stuhl ist nicht hart, wird die Darmfunktion – bei Abwesenheit von anderen Beschwerden – trotzdem als normal betrachtet.

Dies bedeutet auch, dass es bei Menschen ein großes Spektrum von Darmfunktionalität gibt. Manche haben Stuhlgang zweimal am Tag, andere wiederum nur einmal die Woche. Was als Verstopfung angesehen wird, steht darum in engem Zusammenhang mit den normalen Stuhlganggepflogenheiten einer Person.

Seltener aber unproblematischer Stuhlgang ist kein Grund zur Besorgnis.

Das Gegenteil von Durchfall
Eine Verstopfung ist das Gegenteil von Durchfall. Im Gegensatz zu letzterem, der seine Ursache in der Ansammlung von Flüssigkeit im Dickdarm hat, liegt der Grund für eine Verstopfung darin, dass sich der Inhalt so lange im Dickdarm befunden hat, dass jegliche Flüssigkeit entzogen worden ist.

Dies resultiert in hartem Stuhl, der nur mühevoll herausgepresst werden kann. Eine Verstopfung kann auch dadurch entstehen, dass die Stuhlpassage versperrt ist oder die sonst rhythmischen Kontraktionen des Darms gestört sind.

Darmträgheit ist nicht ungewöhnlich
Fast alle – und nicht zuletzt ältere Menschen – erleben von Zeit zur Zeit Darmträgheit. Die Ursache dafür, dass der Stuhl sich verhärtet, liegt darin, dass die rhythmischen Kontraktionen des Dickdarms, mit Hilfe derer die Nahrung durch das System gepresst wird, nicht optimal funktionieren.

Das Ergebnis ist, dass sich Stuhl im Dickdarm ansammelt und je länger dieser im Darm verbleibt, desto mehr Flüssigkeit wird ihm entzogen und desto härter wird er. Schließlich sorgt jedoch das Gewicht des angesammelten Stuhls dafür, dass der Darm sich entleert.

Kinder können aus unterschiedlichen Gründen oftmals eine Tendenz dafür haben, Stuhl zurückzuhalten. Wird dies zur Gewohnheit, kann das Kind in einen Teufelskreis gelangen, in dem Verstopfung eher die Regel als eine Ausnahme darstellt.

Tritt bei älteren Menschen ein verändertes Stuhlmuster mit abwechselnd Durchfall und Verstopfung auf, sollte dies ärztlich untersucht werden, da dieses Muster auf ein Geschwür im Dickdarm beruhen kann.

Verstopfungen können ein Symptom für Depression oder herabgesetzten Stoffwechsel sein. Die überwiegende Mehrzahl von hochwirksamen schmerzstillenden Medikamenten auf dem Markt (darunter Morphin und Codein) können ebenfalls zu Verstopfungen führen und damit für Menschen mit chronischen Schmerzen ein Problem darstellen.

Auch bei Reizdarm sowie in häufigem Maße in der Schwangerschaft treten Verstopfungsbeschwerden auf. Menschen, die wenig Ballaststoffe zu sich nehmen, können ebenfalls leicht an Verstopfung leiden.

Eine weitere Risikogruppe für Verstopfung sind bettlägerige Patienten, da der Darm durch Mangel an Bewegung nicht stimuliert wird.

Symptome
Eine Verstopfung führt unangenehm harten und seltenen Stuhlgang mit sich und kann unter gewissen Umständen Begleiterscheinungen wie Blut, Blähungen und Schmerzen mit sich führen.

Die Definition von „selten“ ist abhängig davon, wie häufig normaler Stuhlgang ist. „Selten“ bedeutet damit weniger häufig als sonst üblich.

Harter Stuhl kann ein Zeichen dafür sein, dass etwas nicht in Ordnung ist. Der harte Stuhl kann die Darmfunktionalität einschränken und oftmals Blähungen und Bauchschmerzen mit sich führen. Bei Einzelnen kann sich die Bauchhöhle so anspannen, dass dies zu Erbrechen führt.

Hoher Druck im Enddarm bei hartem Stuhl kann zu Hämorrhoiden und Rissen im After führen. Tritt bei älteren Menschen mit Verstopfungsbeschwerden Blut im Stuhl auf, muss die Ursache dafür geklärt werden.

Tritt eine Verstopfung gleichzeitig mit aufgeblähtem und schmerzendem Bauch auf, sollte man baldmöglichst einen Arzt aufsuchen.

Behandlung und Vorbeugung
Ballaststoffreiche Ernährung, körperliche Aktivität und ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit sind wichtig, um eine normale Darmfunktionalität aufrechtzuerhalten. In komplizierteren Fällen sind Abführmittel notwendig.

Bei allen Formen von Verstopfung wird empfohlen, das Aktivitätsniveau zu steigern und – falls man in der Lage ist – sich so viel wie möglich zu bewegen. Gleichzeitig ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, schrittweise die Aufnahme von ballaststoffreicher Nahrung zu erhöhen und zudem regelmäßig zu essen.

Verstopfungsbeschwerden kommen häufig auf Reisen vor. Genügend Flüssigkeit und so viel Bewegung wie möglich sind hier besonders wichtig. Von Zeit zu Zeit können Abführmittel notwendig sein.

Andere Mittel, wie z.B. Lactulose, tragen dazu bei, dass dem Stuhl Flüssigkeit zugeführt wird. Zäpfchen können ebenfalls schnell Wirkung zeigen. Ein Einlauf entleert den gesamten Darm.

Die langzeitige Verwendung von Medikamenten wie Lactulose, die den Stuhl weichmachen, kann dazu führen, dass die Darmmuskulatur erschlafft, was wiederum zur Folge haben kann, dass Verstopfungen leichter auftreten können. Bei allen Formen von Verstopfung wird die erhöhte Aufnahme von ballaststoffreicher Nahrung empfohlen.

Körperliche Aktivität und regelmäßige Nahrungsaufnahmen können helfen, Rückfällen von Verstopfung vorzubeugen.

Wenn Kinder ohne ersichtlichen Grund an Verstopfung leiden, gibt dies Anlass zu untersuchen, ob gefühlsmäßige Ursachen für die Probleme mit dem Stuhlgang vorliegen.

  • Fysisk aktivitet
  • Körperliche Aktivität
  • Ballaststoffreiche Nahrung
  • Ausreichend Flüssigkeit
  • Regelmäßige Mahlzeiten
  • Abführmittel
  • Lactulose
  • Einlauf

Untersuchung und Diagnose
Die Durchführung von mehreren Untersuchungen ist nur in Ausnahmefällen notwendig. Oftmals gibt bereits ein Arztgespräch genügend Aufschluss, um die richtige Diagnose zu stellen. In einzelnen Fällen muss eine Endoskopie durchgeführt werden, um Erkrankungen auszuschließen.

Eine Untersuchung bei Verstopfung ist zudem nicht immer erforderlich. Bereits ein Gespräch mit dem Arzt kann ausreichen, um die Ursache aufzudecken. Hierbei wird oft gefragt, ob man sich kraftlos fühlt oder ob die letzte Zeit von wenig körperlicher Aktivität geprägt war.

Zudem kann es wichtig sein, zu untersuchen, ob die Ursache in einer Depression liegt, und bei Kindern muss herausgefunden werden, ob der Stuhl bewusst zurückgehalten wird. Lebensstil und -gewohnheiten müssen auf die Aspekte Flüssigkeitsaufnahme, Ballaststoffe in der Nahrung, Regelmäßigkeit von Mahlzeiten und körperliche Aktivität des Patienten untersucht werden.

Ein Durchgang der Liste von Medikamenten ist ein wichtiger Punkt in der Ursachensuche bei Verstopfung. Oftmals reicht eine systematische Betrachtung von Lebensstil und Medikamenten aus, um die Ursache zu finden. Damit wird gleichzeitig der Bedarf für weitere Untersuchungen reduziert.

Liegt eine andere Krankheit zu Grunde, gibt dies Anlass für eine umfassendere Untersuchung im Hinblick auf reduzierten Stoffwechsel, hormonelles Ungleichgewicht und Gleichgewicht von körperlichen Salzen. Bei älteren Menschen muss Darmkrebs ausgeschlossen werden.

Liegt eine Krankheit wie Darmkrebs, Morbus-Crohn oder Colitis ulcerosa zu Grund, ist eine Darmspiegelung eine wichtige Untersuchung. Eine Verstopfung ist häufig die Ursache von Hämorriden und Rissen im After, die Blut im Stuhl führen.

Ursachen
Schlechte Ess- und Trinkgewohnheiten, wenig körperliche Aktivität und Stress können zu Verstopfung führen. Allerdings kann eine Verstopfung auch eines der ersten Anzeichen für eine zugrunde liegende Erkrankung sein.

Eine Verstopfung ist nichts unübliches und kommt oftmals bei älteren Menschen vor, da der Stuhl mit zunehmenden Alter mehr Zeit für den Darmdurchlauf benötigt. Die häufigsten Ursachen für Verstopfung sind bei Lebensgewohnheiten zu suchen: Ballaststoffarme Nahrung, unregelmäßige Ernährung (wie auf Reisen), wenig körperliche Aktivität und Stress.

Vor allem unzureichende Flüssigkeitsaufnahme ist eine wichtige Ursache für harten Stuhl. In gewissen Fällen kann auch der Verzehr von umfangreichen Mengen an Milchprodukten zu Verstopfung führen.

Bei Kindern ist die Ursache für Verstopfung oftmals eine zu geringe Aufnahme von Flüssigkeit, die zu hartem und flüssigkeitsarmen Stuhl führt. Lange Zeiträume mit ausgesetzten Toilettenbesuchen können Verstopfung zur Folge haben, da der Stuhl zu lange im Darm bleibt und diesem Flüssigkeit entzogen wird.

Damit wird der Stuhl hart, und bei wiederholt ausgesetzten Toilettenbesuchen verliert das Kind den Toilettendrang und die Verstopfung ist ein Faktum.
Eine über langen Zeitraum erfolgte Einnahme von Abführmitteln, die den Stuhl erweicht, führt mit der Zeit zu einer Reduzierung der wichtigen rhythmischen Darmbewegung und damit häufigerer Verstopfung als Resultat.

Bei reduziertem Stoffwechsel und Mangel des Hormons Thyroxin, arbeitet der Darm langsamer als normal, was zu Verstopfung führen kann. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, zu deren Gruppe Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören, können in Perioden Verstopfung mit sich führen.

Zum Krankheitsbild gehört hierbei der Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall mit Blut und Schleim im Stuhl.

Eine Schwangerschaft führt oftmals Änderungen im Stuhlgang und Verstopfung mit sich. Dies ist auf Änderungen im Hormonhaushalt von Progesteron und Östrogen zurückzuführen. Die vergrößerte Gebärmutter kann auch die Ableitung von Stuhl durch den Darm erschweren.

Darmkrebs kann eine Verstopfung verursachen. Darum ist es wichtig, diesen auszuschließen, falls Blut im Stuhl ist und in letzter Zeit Gewicht verloren wurde. Es ist bekannt, das psychische Leiden zu Verstopfung führen könnten. Unter diesen ist Depression als wichtige Ursache erwiesen.

Auch Medikamente können zu Verstopfung führen. Hierbei sind am meisten starke Schmerzmittel, die Morphin und Codein beinhalten, bekannt. Andere Medikamente, die zu Verstopfung führen können, sind Antikonvulsiva, Antidepressiva, Anticholinergika, säurehemmende Medikamente mit Kalzium/Magnesium und Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen.

Dies sind einige der Medikamente, die am häufigsten zu Verstopfung führen können.

Prognose
Eine Verstopfung ist meistens von kurzer Dauer und leicht mit Lebensstiländerungen und Abführmitteln behandelbar. In manchen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, um eine blockierte Passage zu öffnen.

Eine Verstopfung wird meistens von kurzer Dauer sein und leicht mit Lebensstiländerungen und Abführmitteln behandelbar sein. Bei jüngeren und gesunden Menschen kann das Problem oftmals mit einfachen Schritten und permanent gelöst werden.

Bei älteren Menschen kann es zeitweise schwierig sein, einen Rückfall zu vermeiden. Eine längere Verwendung von Abführmitteln kann angebracht sein – und kann eine gute Lösung darstellen, auch wenn dies eine Schwächung der Darmmuskulatur und häufigeres Auftreten von Verstopfung begünstigt.

In Fällen, in denen Verstopfung auf eine Krankheit zurückzuführen ist, kann diese oftmals zu Strukturänderungen im Darm oder After führen, die den Stuhlaustritt verhindern. In diesen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, um die blockierte Passage zu öffnen und ggf. das erkrankte Gewebe zu entfernen.

Fakten zum Thema Verstopfung

  • Per Definition liegt eine Verstopfung vor bei weniger als drei Stuhlgängen pro Woche über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen.
  • In manchen Fällen wird bei diesen Stuhlgewohnheiten kein Unbehagen empfunden und der Stuhl ist auch nicht hart. Die Darmfunktion wird darum – bei Abwesenheit von anderen Beschwerden – trotzdem als normal betrachtet.
  • Harter Stuhl verbunden mit weniger häufigen Stuhlgang fällt dagegen unter das, was normal als Verstopfung bezeichnet wird.
    Der Stuhl wird hart, da im Darm zu wenig Flüssigkeit vorhanden ist. Eine Ursache dafür kann sein, dass der Stuhl zu lange im Darm gelegen hat und alle Flüssigkeit aufgenommen worden ist.
  • In manchen Fällen ist eine Verstopfung ein Symptom für eine ernsthafte Krankheit wie z.B. Darmkrebs, aber in der Regel liegen andere und nicht zuletzt ungefährliche Ursachen für eine Verstopfung vor.