Gallensteine – die größten Steine sind oft am besten

Gallensteine können starke krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch verursachen und mit Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen einhergehen.

Gallensteine bilden sich in der Gallenblase und bestehen aus Cholesterol und Gallensalzen. Wo sich Gallensteine festsetzen, hängt von ihrer Größe ab. Oft sind die größten Steine sozusagen am besten, da sie in der Gallenblase liegen bleiben und nicht in die Gallenblasenöffnung oder in die Gallengänge gelangen, diese verstopfen und dann symptomatisch werden. Gallensteine treten häufiger bei Frauen vor den Wechseljahren auf, im späteren Alter stehen sich Männer und Frauen hier ungefähr gleich.

Symptome

Gallensteine sind bei vielen Menschen asymptomatisch und werden dann meistens rein zufällig bei der Behandlung anderer Magen- und Darmbeschwerden entdeckt. Wenn Gallensteine die Gallenblase blockieren, können unterhalb des rechten Rippenbogens heftige und krampfartige Schmerzen auftreten, die bis in die rechte Schulter ausstrahlen. Die Schmerzen kommen und gehen in Wellen, weil die Gallenblase sich gegen einen großen Widerstand zusammenzieht. Es ist dabei fast unmöglich, still zu liegen. Typischerweise tritt dies nach dem Verzehr fettreicher Speisen auf – oder mitten in der Nacht. Die Schmerzen können mit Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen einhergehen. Wenn dann noch Fieber und Schüttelfrost hinzukommen, sind dies meistens die Anzeichen einer beginnenden Gallenblasenentzündung.

 

Behandlung und Vorbeugung

Gallensteine werden hauptsächlich mit schmerzlindernden Medikamenten behandelt. Bei schweren oder wiederkehrenden Anfällen ist die operative Entfernung der Gallenblase die beste Behandlung.

Gallensteine ohne Symptome bedürfen keiner Behandlung. Bei Gallensteinanfällen werden Medikamente gegen Schmerzen und Übelkeit verabreicht. Oftmals reicht eine solche Behandlung schon aus. Auf Dauer ist jedoch die Entfernung der Gallenblase die wirksamste Methode, um zukünftige Anfälle und Komplikationen zu vermeiden. Ob dies sofort nach einem Gallensteinanfall oder erst ein paar Monate später zu erfolgen hat, hängt davon ab, wie beschädigt die Gallenblase ist. Die Gallenblase kann mit einer Schlüsselloch-Operation oder mit einer “offenen” Operation (die Bauchhöhle wird weit eröffnet) entfernt werden.

Wenn sich die Gallensteine in den Gallengängen und nicht in der eigentlichen Gallenblase festgesetzt haben, wird eine so genannte ERCP-Untersuchung vorgenommen. Die Abkürzung bedeutet “endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikografie”. Hierbei wird ein schlauchförmiges Instrument durch den Mund in den Zwölffingerdarm und in die Gallengänge zur Untersuchung und eventuellen Entfernung der Gallensteine geführt. Bei Entzündung der Gallenblase durch Gallensteine werden Antibiotika verabreicht, außerdem ist eine Operation zu erwägen.

Schwangeren mit Gallensteinen wird von einer Operation während der Schwangerschaft abgeraten, da die Steine in der Regel nach der Geburt verschwinden und ein Eingriff während der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Komplikationen mit sich bringt. Um Gallensteinen vorzubeugen, sollte man ein bestehendes Übergewicht abbauen, sich möglichst fettarm ernähren und umfangreiche Mahlzeiten reduzieren.

Untersuchung und Diagnostik

Ein Verdacht auf Gallensteine meldet sich, wenn die klassischen Symptome zu beobachten sind. Mit Ultraschall lässt sich der Verdacht bestätigen. Eine blockierte Gallenblase sondert auch bestimmte Stoffe ins Blut, die sich bei einer Blutprobe nachweisen lassen.

 

Ursache

Für Gallensteine gelten mehrere disponierende Faktoren. Fertile Frauen haben ein höheres Risiko als Frauen nach den Wechseljahren und auch als Männer. Besonders während einer Schwangerschaft können sich Gallensteine bilden, weil sich die Gallenblase wegen der dann aktiven Hormone schlechter zusammenzieht als sonst. Faktoren, die zur Entwicklung von Gallensteinen disponieren, sind Übergewicht, hohes Cholesterol, nahe Verwandte mit Gallensteinleiden, Östrogenbehandlungen von Frauen in den Wechseljahren, schneller Gewichtsverlust (über 1,5 kg pro Woche), Erkrankungen mit reduzierter Aufnahme von Gallensäuren und erhöhte Zerstörung von roten Blutkörperchen.

Die Galle wird hauptsächlich in der Leber produziert und besteht aus Cholesterol, das sich mit gelblichen und grünlichen Farbpigmenten vermischt, die aus dem Abbau alter Blutzellen in der Leber stammen. Die Galle hilft beim Abbau von Fetten. Sie wird vom Darm absorbiert und ins Blut geführt. Die Leber produziert und sondert einen Liter Galle am Tag ab. Der größte Teil davon wird zwischenzeitlich in der Gallenblase gespeichert, der Rest läuft direkt von der Leber über ein ganzes Netz von Kanälen, den Gallenwegen, in den Zwölffingerdarm. Sobald eine Mahlzeit eingenommen wurde, zieht sich die Gallenblase zusammen – insbesondere bei fettreichen Lebensmitteln – und presst Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm. Wenn ein Gallenstein die Gallenblase bzw. die Gallengänge blockiert, zieht sich die Gallenblase gegen einen großen Widerstand zusammen. Dies kann sehr schmerzhaft sein. Wenn dann die Gallenblase sich nicht leert, steigt der Inhalt, und die Wände der Gallenblase werden gedehnt. Das bedeutet eine verschlechterte Blutzufuhr. Die Gallenblase ist gereizt, was wiederum zu einer Gallenblasenentzündung führen kann.

 

Prognose

Wenn Gallensteine mit klassischen Symptomen nicht entfernt werden, erhöht sich sowohl das Risiko für neue Anfälle, aber auch das Risiko für Komplikationen. Symptomgebende Gallensteine, die nicht mit der Entfernung der Gallenblase behandelt werden, führen zu einem erhöhten Risiko für neue Gallensteinanfälle. Bei 25-50 Prozent der Patienten treten Komplikationen bei neuen Anfällen auf. Hier handelt es sich um Entzündungen in der Gallenblase, in den Gallengängen oder in der Bauchspeicheldrüse.