Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute!

Das globale Krankheitsbild ändert sich ständig. Es ist nur wenige Jahre her, dass Infektionskrankheiten für die meisten krankheitsbezogenen Todesfälle auf der Welt verantwortlich waren. Die letzten Jahre haben allerdings sogenannte nicht-ansteckende Krankheiten die zweifelhafte Ehre bekommen, für die Krankheiten zu stehen, die am meisten Leben fordern. Hauptverantwortliche Ursachen sind bei den steigenden Zahlen von Rauchern und bei geänderten Lebensgewohnheiten zu finden. Diese wiederum führen in erster Linie zu Blutgefäßkrankheiten, die der gemeinschaftliche Nenner für die beiden Krankheiten darstellen, die jährlich weltweit für die meisten krankheitsbedingten Todesfälle stehen: Herzerkrankungen und Schlaganfälle. In diesem Blogbeitrag konzentrieren wir uns auf das Thema Schlaganfall.

a people diagnose the earth

Arterienverkalkung, in der Fachsprache Arteriosklerose genannt, ist sowohl die gemeinsame Ursache für als auch die am häufigsten vorkommende Blutgefäßkrankheit. Bei Arteriosklerose handelt es sich um eine Schädigung der inneren Wandschicht von Blutgefäßen verursacht durch die Anlagerung von Fetten, die zu einer „Verstopfung“ der Adern führen. Hohes Alter, Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes und hoher Cholesterinspiegel sind in diesem Zusammenhang Risikofaktoren.

Artery problem with clogged arteries and atherosclerosis disease medical concept with a three dimensional human cardiovascular system with blood cells that blocked by plaque buildup of cholesterol as a symbol of vascular diseases.

Die gelben Bereiche in der Illustration zeigen Fettanlagerungen amInneren der Blutgefäße.

Die Bezeichnung Schlaganfall ist ein Sammelbegriff für Krankheiten, die zu einer dauerhaften Störung der Blutversorgung des Gehirns führen. Thromben kommen dabei am häufigsten (85%-90% der Fälle) vor, Hirnblutungen sind dagegen weniger häufig. Thromben können entweder lokal im Hirn entstehen

oder die Einschwemmung von Material im Blut ausgehend entweder vom Herz oder den Halsblutgefäßen zum Hirn. Im letzteren Fall spricht man von einer Embolie.

Brain stroke : 3d illustration of the vessels of the brain and causes of stroke

Die dunkel gefärbten Breiche zeigen den Teil des Hirns, das nicht mehr mit Blut versogt wird.

Unabhängig davon, ob ein Schlaganfall durch eine Blutung oder einen Thrombus ausgelöst wird, ist das Ergebnis, dass ein kleinerer oder größerer Teil des Hirns die Blutversorgung verliert und dass Hirnzellen im betroffenen Bereich absterben. Dies wiederum ist der Grund für Symptome, die, abhängig davon, welcher Teil des Hirns betroffen ist, äußerst unterschiedlich sein können. Besteht der Verdacht, dass man selbst oder eine Person in der Nähe einen Schlaganfall erlitten hat, ist es wichtig, so schnell wie möglich ärztliche Hilfe aufzusuchen. Dies gilt auch für den Fall, wenn Symptome nur von kurzer Dauer sind. Es kann sich hierbei nämlich um eine Vorwarnung handeln! Der Schnellcheck mit dem FAST-Test kann in solchen Situationen von großem Nutzen sein:

Face (Gesicht): Versuchen Sie zu lächeln. Ist der Mund schief oder hängt ein Mundwinkel herunter, kann dies ein Anzeichen für einen Schlaganfall sein.

Arms (Arme): Strecken Sie die Arme nach vorne und drehen Sie dann die Handflächen nach oben. Sinkt einer der Arme ab, ist unruhig oder unkoordiniert, kann dies ein Anzeichen für einen Schlaganfall sein. Einseitige Lähmungen, Taubheitsgefühl und Muskelschwäche sind häufige Symptome eines Schlaganfalls.

Speech (Sprache): Hat sich die Sprachfähigkeit geändert? Sprechen Sie undeutlich oder haben Sie Schwierigkeiten, die richtigen Wörter zu finden, können dies Anzeichen für einen Schlaganfall sein.

Time (Zeit): Bei Verdacht auf Schlaganfall müssen Sie so schnell wie möglich in ein Krankenhaus. Wählen Sie den Notruf.

Eine schnelle Behandlung und gegebenenfalls schnelle Rehabilitation sind bei Schlaganfällen von äußerster Wichtigkeit. In einigen Fällen ist eine volle Genesung möglich, in anderen resultiert die Hirnverletzung in bleibenden Schäden. Mit Hilfe von Training ist ein teilweises oder gänzliches Wiedererlangen von Fähigkeiten allerdings möglich. Obwohl Schlaganfälle am häufigsten bei Personen über 70 vorkommen, können Menschen allen Alters Schlaganfälle erleiden. Darum ist es ratsam, vorsichtig zu sein und ärztliche Hilfe lieber einmal zu oft in Anspruch zu nehmen.